...oder wie alles begann!
Mit dem Projekt „Käpt’n Sünn“ haben wir ein eigenes Lernabenteuer rund um Sonnenenergie, Nachhaltigkeit und niederdeutsche Sprache entwickelt. Der Ursprungsgedanke entstand ganz konkret aus dem Schulalltag: Im Jahr 2025 erhielt unsere Schule eine Photovoltaik-Anlage. Damit stellte sich schnell die Frage, wie diese Technik nicht nur auf dem Schuldach sichtbar, sondern auch für die Kinder verständlich, erlebbar und begreifbar gemacht werden kann.
Aus dieser Idee entwickelte sich nach und nach ein handlungsorientiertes Projekt, in dem Kinder erfahren, wie aus Sonnenlicht Strom entsteht, wie Solarmodule funktionieren und wie Sonnenenergie Dinge in Bewegung bringen kann. Dabei steht nicht die theoretische Erklärung allein im Mittelpunkt, sondern das eigene Ausprobieren, Bauen, Beobachten und Staunen. Die Kinder sollen die Technik mit den Händen erleben und eigene Entdeckungen machen können.
Da die Liliencronschule plattdeutsche Modellschule ist, war von Anfang an klar: Dieses Projekt soll nicht nur ein Technikprojekt sein, sondern auch unsere sprachliche Identität aufgreifen. So entstand die Figur Käpt’n Sünn – ein freundlicher Käpt’n, gebaut aus einem alten Weinfass, der die Kinder auf verschiedene „Törns“ mitnimmt. Die Verbindung von Solarenergie, norddeutscher Erzählwelt und Niederdeutsch macht das Projekt für unsere Schule besonders passend. Plattdeutsche Begriffe, kleine Geschichten, Audios und Aufgaben schaffen einen Zugang, der Sprache, Region und Zukunftsthemen miteinander verbindet.
Eine wichtige Rolle spielte dabei die jetzige Klasse 4. Die Kinder waren als Ideengeber, Testkinder und kleine Projektpatinnen und Projektpaten beteiligt. Sie konnten Rückmeldungen geben, Materialien ausprobieren und mithelfen, die Aufgaben kindgerecht weiterzuentwickeln. So ist „Käpt’n Sünn“ nicht nur ein Projekt für Kinder, sondern in Teilen auch mit Kindern entstanden.
Das Projekt besteht aus mehreren Lernstationen beziehungsweise „Törns“. Jeder Törn verbindet eine kleine Geschichte mit einem konkreten Experiment oder Bauauftrag. Dazu gehört jeweils ein Arbeitsbogen, digitale Sicherungen über LearningApps und Materialien für die Lehrkräfte. So entsteht ein vollständiges Lernpaket, das im Unterricht eingesetzt und auch an andere Schulen ausgeliehen werden kann.
Ermöglicht wurde die Umsetzung durch den Gewinn eines Nachhaltigkeitspreises. Die damit verbundenen Mittel bildeten die finanzielle Grundlage für die Anschaffung von Materialien, Experimentierkästen und weiteren Projektbestandteilen. Ein besonderer Dank gilt dabei dem Förderverein der Liliencronschule, der die Verwaltung der Gelder übernommen und das Projekt damit zuverlässig unterstützt hat.
Ebenso wichtig war die ehrenamtliche Unterstützung aus der Schulfamilie. Beim Gestalten, Bauen und Weiterentwickeln der Figur Käpt’n Sünn, die aus einem echten Weinfass entstanden ist, haben Menschen aus dem Umfeld der Schule mit Zeit, handwerklichem Können und viel Herzblut geholfen. Dadurch wurde aus einer Idee eine sichtbare Figur, die Kinder anspricht und dem Projekt ein unverwechselbares Gesicht gibt.
„Käpt’n Sünn“ steht damit für das, was Schule leisten kann, wenn Lernen mit der eigenen Lebenswelt verbunden wird: Kinder entdecken moderne Technik, beschäftigen sich mit Nachhaltigkeit, erleben regionale Sprache und arbeiten praktisch, kreativ und gemeinsam. Aus der Photovoltaik-Anlage auf dem Schuldach ist so ein Lernprojekt entstanden, das Sonnenenergie nicht nur erklärt, sondern für Kinder lebendig macht.